Bericht vom 7.11.2011 aus dem Langenthaler Tagblatt


«Leinen los und mit Volldampf voraus»

Bericht aus dem Langenthaler Tagblatt vom 7.November 2011

von Brigitte Meier

 

Lindenholz Im Jazzclub Lindenholz
gastierte die sechsköpfige Full Steam
Jazzband und machte ihrem Namen
alle Ehre. Die Berner Oberländer
spielten mit Volldampf und nahmen
das zahlreiche Publikum in Leimiswil
mit an Bord. Zeitweise wähnten
sich die «Passagiere» wie auf einem
Schaufelraddampfer auf dem Mississippi.

Lindenholz Im Jazzclub Lindenholzgastierte die sechsköpfige Full SteamJazzband und machte ihrem Namen alle Ehre. Die Berner Oberländerspielten mit Volldampf und nahmendas zahlreiche Publikum in Leimiswilmit an Bord. Zeitweise wähntensich die «Passagiere» wie auf einemSchaufelraddampfer auf dem Mississippi.

 

 

Schliesslich war die Band schon zweimal nach New Orleans gereist und plant nächstes Jahr anlässlich ihres 25-Jahr-Jubiläums eine weitere Reise in die Heimat des Jazz. Dort hatte die Band bereits 2002 ihr Album «New Orleans Nights» aufgenommen. Sie nimmt nicht nur viele Inspirationen und neue Songs mit, sondern unterstützt mit den Einnahmen aus ihren zahlreichen Auftritten die New Orleans Musicians Clinic, eine Non-Profit-Organisation, die mittellose Musiker kostenlos medizinisch versorgt und sozial betreut.

Bekannt wurde die Full Steam Jazzband mit der zweiten Jungfernfahrt des Dampfschiffes «Blüemlisalp». Dass die Berner Oberländer zu den besten Amateurjazzbands der Schweiz zählen, bewies ihr Gastspiel im Lindenholz. Mit ihrem erfrischenden Sound sorgten sie augenblicklich für gute Laune und brachten den Löwensaal mit «Swingin’ The Blues» von Count Basie richtig ins Schwingen.

Vielseitige Instrumentierung Gründer und Bandleader Beat Jost bezauberte mit der Klarinette und überreichte dem Publikum musikalisch Blumen mit «Petite Fleur» von Sidney Bechet. Gleich darauf verbreitete sich ein Hauch Melancholie als Jost mit «Autumn Leaves», diesmal mit seinem Tenorsaxofon aus dem Jahr 1948, die Harmonie der Frontlinie schön zum Klingen brachte. Bernhard Gafner ist ein ausgezeichneter Posaunist und Nummern von Kid Ory wie «Muscat Ramble» aus dem Jahr 1911 liegen ihm besonders. Die fröhliche Auffassung der Musik gepaart mit Können und gesanglichen Qualitäten, allen voran Banjospieler Martin Zuber, sorgte für eine unbeschwerte Stimmung. Für den bandeigenen Sound sorgt die vielseitige Instrumentierung: So spielt Bassist Franz Schmidlin auch Tuba und Schlagzeuger Urs Kunz Waschbrett. Kombiniert mit Saxofonpower, wenn Ruedi Widmer die Trompete gegen das Altsax tauscht, Bernhard Gafner die Posaune gegen den Baritonsax und Beat Jost die Klarinette gegen den Tenorsax, wird «Ain’t She Sweet» inklusive Gesang aus dem Megafon zum Erlebnis. Vollends begeistert war das Publikum als Beat Jost «Jambalaya» mit Querflötenklängen untermalte. Die typische Cajun-Musik der frankofonen Einwanderer im US-Bundesstaat Louisiana, wurde in der Version von Countrysänger Hank Williams populär.

Anton Nyfeler vom Jazzclub-Team freute sich, den Besuchern Manfred Siegfried als designierten Präsidenten vorzustellen. Der 64-Jährige aus Utzenstorf ist ein langjähriges Clubmitglied und besucht mit seiner Frau regelmässig die Jazzkonzerte. Nach seiner definitiven Wahl an der Hauptversammlung übernimmt er damit die Nachfolge des vor einem Jahr verstorbenen Andreas Röthlisberger.

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